Das Reality-Based Personal Protection System (RBPP)

Das Reality-Based Personal Protection System (kurz: RBPP) war das erste seiner Art und das erste System, dass "Reality-Based" in seinem Namen führte (und damit eine ganze "Reality-Based Bewegung" auslöste). Das System wurde von Sgt. Jim Wagner gegründet. Ursprünglich vermittelte er die Inhalte seines Systems nur an Angehörige von Polizei und Militär. Im Januar 2003 entschied sich Jim Wagner dazu, sein System auch "Zivilisten" anzubieten. Die Inhalte sind dabei die Gleichen, die er an Spezialeinheiten, Soldaten, Polizisten oder Personenschützer auf der ganzen Welt weitergibt!

 

2012 wurde ich von Jim Wagner in der höchsten Ausbildungsstufe (Level 3 - Professional Instructor) zertifiziert!

 

Es ist ein modulares System in dem jedes Element separat erlernt werden kann. Jedes Seminar ist einem festen Thema zugeordnet und richtet sich immer sowohl an den völligen Anfänger als auch an Personen mit größerer Erfahrung in dem jeweiligen Gebiet!

 

Bei dem RBPP-System handelt es sich um ein "ganzheitliches" System. Hier werden nicht unzählige Techniken vermittelt die Sie schon morgen wieder vergessen haben. Dieses System legt besonderen Wert auf die Phase vor und nach einem Konflikt! Dies erfolgt durch theoretische Anteile oder entsprechende Übungsszenarien. Zu den theoretischen Elementen gehören z.B. :

  • Rechtskunde (Waffenrecht, Notwehrrecht, etc.)
  • Verhalten bei der Polizei und vor Gericht
  • Ablauf eines Konfliktes
  • Deeskalation
  • Physische Auswirkungen auf den Körper durch Stress / Angst
  • Der O.O.D.A. Prozess und seine taktischen Konsequenzen

Alles Themen die normal sind in der Ausbildung der Polizei und des Militärs...

und die normal sein sollten beim Selbstverteidigungstraining !!!

 

Bei den praktischen Techniken, Taktiken und Prinzipien wird besonders auf fünf Faktoren wert gelegt:

 

  1. Einfach zu erlernen

          Alle Techniken müssen einfach und schnell so zu erlernen sein, dass auch ein

          Anfänger sie schnell beherrscht.


     2.  Unter Stress und Angst anwendbar sein

          Steht ein Mensch unter Stress (z.B. durch Angst in einer Notwehrsituation)

          sinkt die Fähigkeit feinmotorische Bewegungen abzurufen (eines der größten 

          Probleme einiger traditioneller Systeme die genau darauf basieren). Die

          erlernten Fertigkeiten des RBPP - Systems sind auch bei körperlichem Stress

          abrufbar und anwendbar!

 

      3. Prinzipien sind wichtiger als Techniken

          Viele Systeme sind überladen mit einer scheinbar unendlichen Anzahl von

          verschiedenen Techniken für eine Unmenge an Angriffen. Das Gehirn arbeitet

          in einer Gefahrensituation immer und unbewußt die gleichen Arbeitsschritte ab

          (Dies ist der O.O.D.A. Prozess). Hat es eine große Zahl von verschiedenen

          Handlungsmöglichkeiten, braucht es sehr lange für eine Auswahl. Dadurch

          steigt die Reaktionszeit und dies stellt für den Verteidiger eine Gefahr dar.      

          Das RBPP - System legt großen Wert auf das Erlernen von Prinzipien anstatt

          auf eine unendliche Zahl an Techniken. Eine Technik ist z.B. die motorische

          Umsetzung für einen Armhebel. Prinzipien dagegen sind allgemeingültige

          "Taktiken" oder "Strategien". Dies sind z.B. "Ergreife die Initiative und agiere

           anstatt zu reagieren", "jeder eigene Angriff (egal wie wirkungslos) stört den

           Plan des Gegners" oder "Gehe vorwärts in den Gegner und greife an anstatt

           zurück und verteidige nur". Dies wird in vielen praktischen Übungen trainiert

           und verdeutlicht.

      

       4. Universelle Anwendbarkeit

           Die Techniken müssen für eine Vielzahl von Situationen funktionieren. Dies 

           senkt die Reaktionszeit und führt zu einer schnelleren Handlungsmöglichkeit.

           Der Verteidiger muss nicht für jede Variante eines Angriffes umdenken

           sondern kann sofort und ohne Verzögerung agieren.

 

       5. Realitätsnah

           Das Training die theoretischen Anteile und die Übungsszenarien sollen

           möglichst realitätsnah sein. Hierzu werden ständig Berichte von Verbrechen

           auf der ganzen Welt ausgewertet und die Ergebnisse fließen in das Training

           ein (z.B. der Terroranschlag in Mumbai, Indien; die Art & Weise wie in einem

           Gefängnis der Angriff mit einem Messer geschieht, Amokläufen; oder dem

           jüngsten Anschlag in Belgien). In den Übungsszenarien erhalten die

           "Darsteller" ausführliche Anweisungen (mehr als nur "Du bist drogensüchtig

           & greifst ihn dann irgendwann mit dem Messer an") und lassen die Situation

           für den Übenden so schnell "echt" wirken. Bei "Überfällen" mit z.b. einer

           Schusswaffe werden Softair-Waffen und Schutzausrüstung benutzt, um die 

           Angst vor einem Treffer (= Schmerz durch die Softair-Waffe) realer zu

           gestalten.

 

           Natürlich kann jeder Teilnehmer selbst entscheiden in welcher Kleidung er

           das Training absolviert aber im allgemeinen wird nicht im Sportanzug oder

           im "Judo - Gi" trainiert sondern in "Straßenkleidung" bzw. Einsatzkleidung

           für Sicherheitskräfte und Polizei- oder Militärangehörige (gilt auch z.B. für

           das Tragen von Schutzwesten). Dadurch wird die Bewegungseinschränkung

           schon im Training und nicht erst während eines realen Konfliktes kennen

           gelernt. Außerdem kommen Requisiten und Hilfsmittel zum Einsatz um "die

           Realität" zu simulieren (z.B. ungefährliche Reizstoffsprühgeräte wie sie die

           Polizei zur Ausbildung benutzt oder Kunstblut um z.B. zu zeigen, wie schwer

           es ist einen Arm zu ergreifen und zu kontrollieren, nachdem man, z.B. durch

           eine Abwehrverletzung, Blut an den Händen hat)

           

Member of the PoliceOne Law Enforcement Training Network