Was bedeutet "Reality-Based" ?

 

 

 

 

Die Selbstverteidigung kann man in drei Kategorien unterteilen:

 

 

 

 

 

1. Traditionelle Systeme

 

Dies sind "klassische" Systeme wie Karate, Aikido, Judo, Taekwondo oder Kung Fu. Sie haben einen hierarischen Aufbau (Ränge, Titel, Gürtelfarben). Die Teilnehmer tragen traditionelle Anzüge (sog. Gi) und die Riten, Geschichte, Personen & die Kultur des jeweiligen Systemes / Stiles spielen eine wichtige Rolle. Schüler erlernen immer nur die Techniken, die ihrem Rang zugeordnet sind. Die Philosophie des Systemes ist ein wichtiger Punkt dieser Kampfkünste. Ein Großteil der Übungen zielt auf ein besonderes Körperbewußtsein, Körperbeherrschung und Geschicklichkeit ab. Viele Systeme sind gesundheitsfördernd bzw. lehnen sich nah an die traditionelle asiatische Medizin an.

 

2. Sport-orientierte Systeme

 

Hierunter fallen Kampfsportarten wie Boxen, Ringen, Savate, Kickboxen oder Mixed

Martial Arts (MMA). Also Systeme die nach festen Regeln ablaufen, bis auf wenige Ausnahmen immer nur "1 gegen 1" Situationen haben, den Einsatz / die Abwehr von Waffen ignorieren und in einem klar definierten Bereich (Ring, Käfig) stattfinden. Diese Systeme zielen auf körperliche Fitness, Körperkraft und den Wettkampf ab.

 

3. Reality-Based Systeme

 

Hier finden sich Systeme wie das Reality-Based Personal Protection System, Krav Maga, Kelly MacCann's Combatives, KAPAP oder Urban Combatives. Diese Systeme haben ursprünglich kein Rangsystem (höchstens den des Instructors) und beschränken die Schüler nicht in dem was sie erlernen. Sie orientieren sich an den "modernen Bedrohungen unserer Zeit". Sei dies nun die Abwehr von (realistischen) Angriffen mit dem Messer, den Einsatz von Taktiken von Militär und Polizei, Attacken wie sie auf der Straße stattfinden ("1 gegen viele") oder terroristische Bedrohungen bzw. Extremsituationen (z.B. ein Amoklauf / Schoolshooting).

 

Ihr Ziel ist es dem Schüler schon nach einem Minimum an Training ein Maximum an Verteidigungsfähigkeit zu ermöglichen. Sie sind nicht auf die Kontrolle des Angreifers (z.B. durch einen Hebel) ausgelegt sondern die Initiative zu ergreifen und den Konflikt durch eine Flucht oder durch das unschädlich machen des Angreifers (z.B indem es ihm unmöglich gemacht wird, weitere Angriffe durchzuführen) zu beenden.

Member of the PoliceOne Law Enforcement Training Network